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07.03.2016

Wissbegierige Jugendliche in familiärer Atmosphäre

MdL Schmitt-Bussinger besuchte umf-Wohngruppe

"Die Begegnung und das persönliche Gespräch sind entscheidend" - Ihr Credo, wie Vorurteile gegenüber den hier ankommenden Asylbewerbern abgebaut werden können, nahm sich die Schwabacher Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger auch selbst zu Herzen und stattete in Begleitung des AWO-Kreisvorsitzenden Hartmut Hetzelein und seiner Stellvertreterin Christine Heller der Schwabacher AWO-Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einen Besuch ab. Die zuständige Referatsleitung Susanne Lindner und ihre Mitarbeiterin Angela Sierl gaben der SPD-Politikerin einen Einblick in das "WG-Leben" der zehn afghanischen Jugendlichen.

Die Leidenschaft der Jugendlichen sei klar das Kochen. Das merkten die Gäste schnell, besuchten sie die Wohngemeinschaft doch zur Mittagsessenszeit. "Im Zuge des alltagspraktischen Trainings kochen unsere Jugendlichen täglich für sich und ihre Gäste", berichtete die stellvertretende Einrichtungsleitung Sierl. Auch an der Reinigung des Hauses seien die Jungen beteiligt. "Unsere Jugendlichen sind sehr zielstrebig und wissbegierig. Sie alle möchten möglichst schnell Deutsch lernen und eine Ausbildung beginnen", konnte Susanne Lindner nur Positives aus dem Zusammenleben der jungen Flüchtlinge berichten. "Unser Ziel ist es, die Jugendlichen so weit vorzubereiten, dass sie sich in Deutschland alleine zurecht finden und sogar alleine in einer Wohnung leben könnten", so die Jugendreferentin weiter. Seit Anfang Dezember betreibt der AWO Kreisverband Roth-Schwabach die Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Schwabacher Westen. "Als Wohlfahrtsverband, der sich Werten wie Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit verschrieben hat, sahen wir uns hier in der Pflicht", erklärte der AWO-Vorsitzende Hetzelein die Motive für den Einstieg in die Flüchtlingsarbeit. "Unsere jungen Flüchtlinge sind tausende von Kilometern von ihren Familien getrennt. Daher versuchen wir, ihnen hier ein möglichst familiäres Umfeld zu bieten", erläuterte die stellvertretende Kreisvorsitzende Heller das pädagogische Konzept der Einrichtung. Fünf pädagogische Fachkräfte sind für die soziale Betreuung der Jugendlichen verantwortlich. Neben Hilfen zur Alltagsbewältigung unterstützen sie auch bei der Bewältigung von Traumata oder bei Behördenangelegenheiten. Ein ehrenamtlicher Helferkreis hilft bei der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitmaßnahmen. "Auch mit der Nachbarschaft pflegen unsere Jungen ein sehr harmonisches Miteinander", berichtete Sierl von einem kürzlich stattgefundenen "Tag der offenen Tür", zu dem alle Nachbarn persönlich eingeladen wurden. 

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Schmitt-Bussinger fand für das Engagement der AWO ausschließlich lobende Worte und interessierte sich in ihren Nachfragen auch für die schulische Ausbildung der Jugendlichen. So sei das Erlernen der deutschen Sprache ihrer Meinung nach "der Schlüssel zur erfolgreichen Integration". "Schulen und Lehrer müssen bei der Organisation von Übergangsklassen daher stärker unterstützt werden", so Schmitt-Bussinger. Der AWO Kreisverband Roth-Schwabach hilft der Schwabacher Johannes-Kern-Schule mit ihren drei Übergangsklassen durch die zeitweise Überlassung seiner FSJer, so Lindner. Zum Abschluss berichteten Hetzelein und Heller, dass der AWO-Kreisverband sein Engagement in der Flüchtlingsarbeit zukünftig noch ausweiten werde. So sei Anfang April erneut eine Benefizveranstaltung der AWO-Sozialstiftung geplant, um Spenden für weitere Projekte zu sammeln.