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10.11.2015

Sanierung der ehemaligen Synagoge gewürdigt

Staatspreis für AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim

Der AWO Kreisverband Roth-Schwabach und sein Therapiezentrum Schloss Cronheim wurden mit dem  "Staatspreis 2015 - Dorferneuerung und Baukultur" ausgezeichnet. Damit würdigte das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Bemühungen des Wohlfahrtsverbandes um die Sanierung der ehemaligen Synagoge im Cronheimer Ortskern.

Mit dem Preis zeichnete Staatsminister Helmut Brunner insgesamt 13 Projekte aus, die landesweit als Vorbilder für die ländliche Baukultur zur Nachahmung anregen sollen. Neben der fachlichen und konzeptionellen Begleitung durch die zuständigen Fachbehörden wurden die Preisträger im Rahmen der Dorferneuerung auch finanziell unterstützt. So ist der Staatspreis „Dorferneuerung und Baukultur“ mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Die Sieger waren von einer Fachjury aus fast 2.000 Projekten ausgewählt worden, die in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen der Dorferneuerung mit mehr als 21 Millionen Euro bezuschusst wurden. Die Mittel sind nach Aussage Brunners gut angelegt, denn: „Die Dorferneuerung verbessert die Lebensqualität im ländlichen Raum, fördert Attraktivität und Innenentwicklung der Dörfer, reduziert den Flächenverbrauch und stärkt die regionale Wertschöpfung.“ Die Preisträger leisteten laut Brunner einen wertvollen Beitrag zur der Stärkung der regionalen Identität der Dörfer.

Mit der Restaurierung der 1816 errichteten ehemaligen Synagoge beendete der AWO-Kreisverband einen jahrzehntelangen Verfalls des 1938 von den Nazis geschändeten und nach dem Krieg für eine Wohnnutzung zweckentfremdeten Gebäudes. Unter Federführung des Schwabacher Architekturbüros Rester wurde die Synagoge nun wieder in ihr historisches Erscheinungsbild zurückversetzt. Schautafeln im öffentlichen Bereich weisen auf die ursprüngliche Bedeutung des Gebäudes hin. In der restaurierten und öffentlich zugänglichen Mikwe, dem rituellen Tauchbad, sind in Schaukästen die Funde der Synagoge bei den Sanierungsarbeiten ausgestellt. Das Zusammenbinden der Fenster des ehemaligen Betsaals in vertikalen Putzfeldern in der edlen Abstufung aus Grau, Weiß und Rot gibt dem Gebäude zusammen mit dem neu gestalteten Vorbereich wieder die ihm zustehende Würde. Damit bildet das Gebäude einen Bestandteil des einrichtungseigenen "Mikrokosmos"- Museums, mit dem im Schloss die jüdische, protestantische und katholische Geschichte vor Ort aufgearbeitet werden. Für seinen Ansatz der Verknüpfung von Therapie und Museumsarbeit erlangte das AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim überregionale Bekanntheit. Mittlerweile beherbergt die ehemalige Synagoge sechs Menschen mit Suchterkrankung, die dort im Rahmen des Betreuten Wohnens in unmittelbarer Nähe zum Haupthaus der Einrichtung, dem Wasserschloss inmitten des Ortes, leben. Die Auszeichnung für ihr Engagement durften der stellvertretende AWO-Kreisvorsitzende Thomas Bauer und Einrichtungsleiter Frank Genahl hierzu aus den Händen des Staatsministers Helmut Brunner entgegennehmen.