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Mitgliederversammlung des Fördervereins AWO Pflegeheim Roßtal

Am Donnerstag, den 28. April 2011, fand die fünfte ordentliche Mitglieder- versammlung des Fördervereins AWO Pflegeheim Roßtal e.V statt. Der erste Vorsitzende, Hans Jürgen Bauer, begrüßt die Mitglieder und Gäste zur fünften ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins im Speisesaal des AWO-Pflegeheims Roßtal. Nach der Begrüßung und der Genehmigung der Tagesordnung gedachte die Mitgliederversammlung den verstorbenen Mitgliedern Georg Schütze und Leonhard Stradtner mit einer Schweigeminute. In dem anschließenden Bericht über die Arbeit des Vorstands bedankten sich Jürgen Bauer und Thomas Engelhardt bei allen Vorstandsmitgliedern, die ihre Arbeit sehr ernst genommen hatten. Neben den insgesamt 37 Vorstandssitzungen war die Mitarbeit beim jährlichen Martinimarkt in Roßtal hervorzuheben. Jeweils am Samstag und Sonntag war der Förderverein auf der Sozialmesse vertreten und sonntags wurde der Imbissstand durch den Förderverein betrieben. Ein besonderer Dank galt Heidi und Gerhardt Rupprecht, die sich durch ihr persönliches Engagement auszeichneten, auch bei den Theateraufführungen des TVR Roßtal. Bei der Theatergruppe des TVR Roßtal, insbesondere bei Reiner Gegner, bedankte sich Hans Jürgen Bauer im Namen des Fördervereins. Die bisherigen Theateraufführungen waren jeweils ein besonderes künstlerisches Erlebnis und auch finanziell immer sehr erfolgreich. Insbesondere die Aufführung im Januar 2011 war ein sehr großer Erfolg. Die Aula der Mittelschule Roßtal war brechend voll und alle Stühle waren besetzt.

Neben den Mitgliedsbeiträgen sind auch die zahlreichen Förderer und Spenden eine wichtige Einnahmequelle für den Förderverein. Bei Lothar Sokoll bedankte sich Jürgen Bauer für sein Engagement bei den Sommerfesten und für seine Arbeit an der Internetseite des Fördervereins sowie bei allen Mitgliedern und Freunden, die zum Erfolg des Vereins beigetragen haben. Aktuell hat der Förderverein 78 Mitglieder. Paul Vath stellte der Mitgliederversammlung die bisher vom Förderverein finanzierten Projekte vor. Für die beiden jährlichen großen Busausflüge hat der Förderverein die Fahrtkosten übernommen. Die beiden jährlichen Theatertage im Pflegeheim werden vom Förderverein finanziert, ebenso wie der jährliche Kirchweihfrühschoppen. Durch die Übernahme der Kosten wird es allen Bewohnern ermöglicht, an den Veranstaltungen teilzunehmen, unabhängig vom eigenen Geldbeutel.

Für die Einrichtung eines Wohnzimmers im Untergeschoß wurden 1500€ bereitgestellt. Die Lautsprecheranlage im AWO Pflegeheim wurde mit 2500€ voll über den Förderverein finanziert. Die Steuerung der Sonnenrollos wurde ebenso finanziert wie große Teile der Einrichtung des Gymnastikraums im Untergeschoß. Neben einer Sprossenwand, einem Rehatrainings- gerät (Motomed) wurde auch eine Therapieliege durch den Förderverein finanziert. Diese Investitionen haben sehr viel zur Steigerung der Lebensqualität der Bewohner beigetragen. Durch die damit mögliche intensive Reha-Arbeit gelang es beispielsweise einem Bewohner, in einer Rehaklinik aufgenommen zu werden. Er kann jetzt wieder in seinen eigenen vier Wänden wohnen. Seit kurzem kommt er einmal wöchentlich zur Tagespflege, um das Training fortzuführen. Ohne dieses Angebot wäre er wahrscheinlich dauerhaft ein Pflegefall geblieben.

Aktuell plant der Förderverein den Bau eines Therapiepfades im Garten. Die Baugrube ist schon ausgehoben und in seiner nächsten Sitzung wird der Vorstand die Arbeitseinsätze planen. Alle Mitglieder und Freunde sind als Bauhelfer herzlich eingeladen.

Auch im Bereich der Freizeitangebote (Ausflüge) sind einige Änderungen geplant. Die bisherigen Ausflüge mit dem großen Bus, mit ca. 40 Bewohnern, sind nicht mehr sinnvoll. Hier werden zukünftig 5 bis 6 Ausflüge mit kleineren Bussen geplant, wobei auch Besuche auf einem Erlebnisbauernhof in Seukendorf hinzukommen  werden.

Folgende Projekte sind beschlossen aber noch nicht umgesetzt:

1) Finanzierung eines großen Tisches für die Gerontogruppe im 3. Stock

2) Fertigstellung des Therapiepfades im Garten des Pflegeheims

Wie Kassenführerin Luise Bauer berichtete, hat der Förderverein bei der Sparkasse Roßtal und der Raiffeisen Bank Roßtal jeweils ein Konto eingerichtet. Am Tag der Kassenprüfung verfügt der Förderverein über insgesamt 15.689,19€. Martina Bär und Erika Bäuerle haben im März eine Kassenprüfung vorgenommen. In einem kurzen Bericht bestätigte Frau Bär die ordentliche Kassenführung durch Frau Bauer. Auf Antrag der Revisorinnen Martina Bär und Erika Bäuerle wird die Kassenführerin einstimmig durch die Mitgliederversammlung entlastet. Um die Mitglieder noch stärker in das aktive Vereinsleben einzubinden, lud der Vorstand die Anwesenden ein, die Planungen im laufenden Jahr aktiv mitzugestalten.

Sommerfest des Fördervereins

Das Sommerfest des Fördervereins war für den 01. Juli 2011 18.30 Uhr geplant. Da zur selben Zeit auch eine Gedenkveranstaltung für Victor Bulgariu stattfindet, haben die anwesenden Mitglieder beschlossen, das Sommerfest des Fördervereins ausfallen zu lassen und die Mitlieder und Freunde stattdessen zum Sommerfest des Pflegeheims am 03. Juli 2011 einzuladen. Die Vorstandsmitglieder werden die Mitarbeiter des Pflegeheims an diesem Tag unterstützen.

Bau des Therapiepfades

Der Vorstand wird in seiner Sitzung am 25.05.2011 die Arbeitseinsätze zum Bau des Therapiepfades terminieren. Alle Mitglieder und Freunde sind eingeladen, sich an den Arbeiten zu beteiligen. Die Termine für die Arbeitseinsätze werden auch im Amtsblatt veröffentlicht.

Vorstandssitzungen

Die Sitzungen des Vorstands sind immer öffentlich. Alle Mitglieder und Freunde sind zu den Sitzungen herzlich eingeladen. Auch hier werden die Termine im Amtsblatt veröffentlicht. Heimleiter Paul Vath bedankte sich beim Vorstand und den Mitgliedern des Fördervereins für die bisher geleistete Unterstützung. Durch das Engagement und die finanzielle Unterstützung kann für viele Bewohner das Leben im AWO Pflegeheim Roßtal angenehmer gestaltet werden.

Nach Beendigung  des offiziellen Teils der Mitgliederversammlung stellte Tabea Thoma, Therapieleitung und ausgebildete SIMA-Trainerin im AWO Pflegeheim Roßtal, das theoretische Konzept und Übungen zum Training des Gedächtnisses nach Prof. Dr. Oswald vor.

Wir wünschen viel Vergnügen bei den einzelnen Übungen.

Gedächtnistraining für alle Altersgruppen:

Prof. Dr. Oswald entwickelte SimA aus einem Forschungsprojekt heraus, bei dem untersucht wurde, warum der eine von uns länger in Selbstständigkeit altert und ein anderer schon relativ früh viel Hilfe von Außen benötigt oder pflegebedürftig wird. Die wichtigste wissenschaftliche Erkenntnis dabei war - Nur Gedächtnistraining oder nur Sport allein hilft nicht.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden Trainingsprogramme und Übungen entwickelt, die helfen können, Gedächtnisleistungen zu verbessern und in wichtigen Bereichen langsamer zu altern bzw. länger selbstständig zu leben.

Eine SimA-Trainingseinheit umfasst ca. 90 Minuten. Davon sind 60 Minuten Gedächtnis- bzw. Kompetenztraining, immer ergänzt durch Übungen zur Psychomotorik, entweder 30 Minuten am Stück oder 15 Minuten am Anfang und 15 Minuten am Ende einer Einheit. Im folgenden Text wird ein Beispiel gegeben:

Zum Einstieg in die vorbereitete Trainingseinheit bitte ich Sie nun, dass Sie Ihren Körper auf das Kommende vorbereiten und sich im Sitzen selber leicht wach klopfen.

Klopfen Sie zunächst mit der rechten Hand, danach mit der linken Hand, sanft auf die Muskulatur des Handrückens, den Handballen, innerer und äußerer Unterarm, Ellenbogen, Oberarm, Schulter und Gesicht. Ich hoffe, dass alle nun wieder wach sind und mit voller Konzentration den folgenden Übungen folgen können.

Ich habe im Folgenden eine Gedächtnistrainingseinheit mit dem Thema Aufmerksamkeit und Konzentration vorbereitet. Zum Aufwärmen beginnen wir mit einer einfachen Übung. Was gab es am Montag, Dienstag, Mittwoch bei Ihnen zu essen?

Rufen Sie mir bitte Namen von Gerichten zu, die mit dem Anfangsbuchstaben des entsprechenden Wochentages beginnen:

Montag -> Maultaschen, Makkaroniauflauf, Mettwurst

Dienstag -> Dörrfleisch, Datteln

Gut – danke – das reicht; wir sind alle in Schwung!

Die Bedeutung der Aufmerksamkeit und Konzentration für die Bewältigung von Auftragsaufgaben möchte ich an folgendem Beispiel verdeutlichen.

Stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Sie sind gerade beim Verrichten einer Tätigkeit, wie z.B. kochen. Sie benötigen eine bestimmte Zutat (Mehl) und gehen daher zum Vorratsschrank und öffnen diesen – plötzlich ist Ihnen entfallen, was Sie dort holen wollten. Wir alle erleben solche oder ähnliche Situationen. Woran liegt dies Ihrer Meinung nach?

Wahrscheinlich denken Sie zuerst an Ihr "schlechtes Gedächtnis" (ich hab ein Gedächtnis wie ein Sieb). Andere Gründe, die Sie nannten, waren, dass man häufig zu Viele im Kopf hat oder zu viele verschiedene Dinge gleichzeitig macht.

Die Ursache einer solchen Fehlleistung ist meist also nicht ein Gedächtnisproblem, sondern vielmehr ein Mangel an Konzentration.

Während Sie nämlich mit der Absicht, etwas Mehl zu holen, auf dem Weg zum Vorratsschrank waren, wurden Sie abgelenkt.

Vielleicht durch innere Gedanken an ein wichtiges Telefongespräch, einen wichtigen Termin oder weil Sie in Gedanken "schon einen Schritt weiter waren" oder durch äußere Störquellen, durch einen Blick auf die Schlagzeilen der Tageszeitung, oder durch plötzliches Erschrecken (eine Tür knallt zu).

Ein Mangel an Konzentration und nicht ein schlechtes Gedächtnis ist die Ursache dafür, dass Sie sich – in diesem Fall an das Mehl – nicht mehr erinnern können.

Nun stellt sich die Frage, "Was versteht man unter Konzentration?

Das Wort "konzentrieren" besteht aus der Vorsilbe "kon", die für "zusammen" steht , und dem Wort "zentrieren", was soviel heißt wie auf einen Mittelpunkt bzw. auf ein Zentrum ausgerichtet sein. Das heißt, im Zustand der Konzentration richten wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Gedanken, auf einen eng umgrenzten Sachverhalt. Unsere Aufmerksamkeit wird eingeengt auf einen kleinen Bereich. Man kann diesen Zustand hoher Konzentration mit einem Lichtstrahl vergleichen, der gebündelt auf einen Punkt gerichtet ist, diese kleine Fläche ist intensiv beleuchtet während das Umfeld dunkel bleibt.

Dieser Zustand völliger Konzentration gelingt uns jedoch nicht immer. Häufig sind wir zwar auf eine bestimmte Aufgabe konzentriert, aber durch andere innere Reize wie Gedanken oder äußere Reize (z.B. Lärm, Gesprächsfetzen) abgelenkt. Mit den folgenden Aufgaben können wir die Beobachtungsfähigkeit trainieren. Wichtig ist dabei, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bereich zu richten und störende Einflüsse auszublenden.

In dem nun folgenden Beispiel sind zwei verschiedene Ansichten oder Bilder enthalten.

Es ist abhängig von unserer Konzentration, welches der beiden Bilder wir in ein und derselben Abbildung sehen. Sie können sich gerne mit Ihren Angehörigen beraten, was diese Abbildung Ihnen zeigen, bzw. was Sie wahrnehmen. Zum Abschluss ihres äußerst interessanten Vortrages lud Frau Thoma alle Besucher ein, am kommenden Samstag und Sonntag die Veranstaltung "LebensWert" in der Spitzweed Scheune in Roßtal zu besuchen. Bei dieser Veranstaltung informieren die Diakonie Roßtal und das AWO Pflegeheim gemeinsam über das Thema Demenz.