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Hunde erfüllen Kindern eine Vielzahl von Bedürfnissen und Wünsche... Sie sind die idealen Spielpartner, vermitteln Zuneigung, Sympathie, Liebe, Schutz und Geborgenheit; Das Kind fühlt sich nie allein gelassen und fühlt sich auch nicht hilflos Konflikten ….ausgeliefert.

(BERGLER, „Warum Kinder Hunde brauchen“ Breisgau 1994)

 

Vorüberlegungen
Ingrid Stephan hat in ihrer langjährigen Arbeit viele Erfahrungen gemacht, wie Tiere in pädagogischen und therapeutischen Zusammenhängen positiv wirken können.

Tiere wirken motivierend und steigern die Lebensqualität, sie haben einen hohen Aufforderungscharakter, fördern Verantwortungsbereitschaft und das Bewusstsein für andere Lebewesen, dienen als Vermittler zwischen der Welt des Kindes und der Erwachsenenwelt, wirken entspannend und stressreduzierend. Tiere verhelfen zu mehr Selbstvertrauen, regen zu motorischer Bewegung an und werden als Zufluchtsort und trostspendend empfunden.

Den Kindern werden neue Erfahrungsräume ermöglicht, die sprachliche Entwicklung wird unterstützt und das Selbstwertgefühl gestärkt. Sie erlernen empathisches Verhalten, Gefühle zu balancieren und zu kontrollieren, außerdem spielen Rücksichtnahme und Respekt eine große Rolle im Umgang mit Tieren.

Das gesamte pädagogische Team der Einrichtung hat sich mit dem Thema Hund auseinandergesetzt und dieses Vorhaben im Vorfeld mit dem Elternbeirat abgesprochen und diskutiert und sich einstimmig dafür ausgesprochen.

Begleitet wird das Team von Frau Eva Pretscher, Erzieherin mit Ausbildung zur tiergestützten Sozialarbeit.

Im Vordergrund steht dabei, dass die Kinder mit dem Hund nicht nur spielen, sondern vor allem den richtigen Umgang mit ihm spielerisch lernen, Ängste abbauen, Gefahren erkennen und lernen, dass es sich um ein individuelles Lebewesen handelt.

Kindern, die ohne Erlebnisse mit Tieren aufwachsen, fehlen in ihrer Entwicklung existentielle Erlebnisse und Erfahrungen.“

(1996 Bergler)

 

Praktische Überlegungen
Hunde haben ähnliche soziale Strukturen und Bedürfnisse wie wir Menschen. Sie sind einfühlsam, anpassungsfähig, suchen Kontakt zu anderen Sozialpartnern und sie genießen Aktivitäten mit Menschen. Wir werden ab Juli einen KiTa-Hund (Puggle, siehe beigefügter Steckbrief) haben, der unsere Arbeit mit den Kindern unterstützt. Der Hund gehört der KiTa-Leitung und lebt bei ihr. In der Prägephase wird er erst einmal an die Kinder, ihr Verhalten und ihre Lautstärke gewöhnt. Sein fester Platz wird im Leitungsbüro sein und von dort aus besucht er zeitweise und in Begleitung die Kinder draußen oder in den Gruppen. Er wird langsam an den Umgang mit Kindern gewöhnt, damit er ein verlässlicher Partner für sie wird.

Die Kinder werden im Projekt „Hund“ intensiv auf den Umgang, das Verhalten und die Körpersprache von Hunden vorbereitet. Der Hund besucht die Kinder zu Beginn nur kurze Zeit, ist an der Leine und wird natürlich von Erwachsenen begleitet. So können die Kinder sich ihm nach und nach nähern. Daneben wird es angeleitete Aktionen geben, welche den Kindern den sicheren und rücksichtsvollen Umgang mit Hunden näher bringt wie z.B. gemeinsame Gassierunden oder kleine Trainingseinheiten. Hierbei dürfen die Kinder sich selbst dazu melden und entscheiden, wann sie bereit sind daran teilzunehmen.

Der Umgang mit dem Hund in unserer Einrichtung erfüllt aus unserer Sicht mehrere positive Faktoren. Die Kinder lernen wie sie sich grundsätzlich Hunden gegenüber verhalten müssen, um nicht Gefahr zu laufen, irgendwann doch mal von einem (fremden) Hund gebissen zu werden. Hierzu lernen wir die Körpersprache der Hunde kennen und deuten sowie Regeln im Umgang mit Hunden. Die Kinder werden genügend Zeit bekommen, sich in ihrem Tempo dem Hund zu nähern um auch Ängste abbauen zu können, die sie andernfalls ihr Leben lang begleiten und auch einschränken können. Kein Kind muss sich dem Hund nähern, die Entscheidung liegt immer beim Kind.

Der Hund wird von seiner Seite aus die Kinder (natürlich völlig unvoreingenommen) annehmen und ihnen Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken, was gerade auch für sehr lebhafte und unruhige Kinder eine positive Erfahrung sein wird, da sie eher mal in Konflikte mit anderen Kindern und Erwachsenen geraten. Die Sprache, Herkunft, das Aussehen oder eventuelle Handicaps sind Hunden egal und die Kinder werden seine Gesellschaft genießen können. Darüber hinaus unterstützt er uns auch im Bereich der alltagsintegrierten Sprachförderung, da der Hund den Kindern viele Anlässe gibt, zu sprechen (mit ihm oder über ihn).

 

Erziehung des Hundes
Der Hund wird die Welpengruppe besuchen. Hier geht es um die Sozialverträglichkeit zu anderen Hunden, um die Bindung an seinen Menschen und um die ersten Gehorsamsübungen. Es geht weiter mit der Junghundeschule. Diese umfasst alle Bereiche, die der Hund im normalen Leben/Alltag erleben kann. Umgang und Gehorsam bei Ablenkung, Lärm und Stresssituationen etc.

 

Hygiene
Der Hund wird umfassend geimpft und bekommt viermal im Jahr eine Wurmkur. Außerdem bekommt er Spoton-Mittel gegen Parasiten (Flöhe, Zecken). Hiermit ist seiner Vorsorge genüge getan. Diese Maßnahmen werden per Impfbuch dokumentiert und nachgehalten. Bestimmte Bereiche der Einrichtung sind für den Hund tabu: Küche, Schlafraum, Bäder und nach Absprache, Bereiche die er wegen Allergien der Kinder meiden soll. Die Kinder werden von den Fachkräften daran erinnert, generell nach jedem Kontakt mit dem Hund die Hände gründlich zu reinigen.

Sollte ein Kind mit Hundeallergien zu uns kommen, werden wir Absprachen mit den Eltern treffen, wie mit der Situation umzugehen ist. Da Allergien sich verschieden auswirken und unterschiedlich stark sind, kann man hier nur eine individuelle Lösung suchen.

 Fanny stammt aus der Zucht „vom Haberschlachter See“, https://www.puggles-vom-haberschlachter-see.de/. Einer der Hunde ist im Schuldienst tätig.